»Smartphone, Tablet und TV: Die Multiscreen-Gesellschaft«

18
Jan

Von Sven Gasser am 18 Januar 2013

Gehören Sie auch zu den Menschen, die während eines Telefonats kurz die E-Mails checken, um wichtige Dokumente zu überprüfen? Oder informieren Sie sich während der Tagesschau über die aktuellen Ereignisse auf Ihrem iPhone? Wie schaut Ihr Verhalten beim Ansehen von Fernsehwerbung aus: Greifen Sie auch zu Ihrem Tablet und suchen nach dem gerade beworbenen Produkt?

Wenn Sie sich in den oben angesprochenen Szenarien gar nicht wiedererkennen, dann stellen Sie mittlerweile die Ausnahme dar. Fakt ist: Wir leben in einer Multiscreening-Gesellschaft, die sich stärker ausbreitet und entwickelt. Immer mehr Zeit verbringen wir vor einem Bildschirm – ganz gleich, ob Computer, Smartphone oder Fernseher. Google hat im vergangenen Jahr eine umfangreiche Studie zu diesem Multiscreening-Verhalten veröffentlicht, deren wichtigste Ergebnisse wir Ihnen gern vorstellen möchten.

Unsere täglichen bildschirmbasierten Interaktionen

Eine Übersicht unserer medialen Interaktionen.

Eine Übersicht unserer medialen Interaktionen.

Google kommt zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der gesamten medialen Interaktion bildschirmbasiert ist – also auf dem Smartphone, Notebook, Tablet oder Fernseher erfolgen. Nur 10 Prozent unserer Mediennutzung erfolgt über das Radio, Zeitungen oder Zeitschriften und Magazine. Damit verbringen wir im Durchschnitt 4,4 Stunden unserer Freizeit vor einem Bildschirm. Auch wenn die Relevanz des Fernsehens immer stärker abnimmt, so liegt das Medium hinsichtlich der durchschnittlichen Zeit pro Interaktion mit 43 Minuten auf Platz 1. Das Smartphone nimmt mit durchschnittlich 17 Minuten pro Interaktion hinter dem PC mit 39 Minuten und dem Tablet mit 30 Minuten den 4. Platz ein.

Unsere Zeit wird auf diese vier Geräte verteilt.

Unsere Zeit wird auf diese vier Geräte verteilt.

Gerätespezifische Art der Anwendung
Dass wir jedes Gerät zu einem anderen Zweck verwenden, dürfte uns allen klar sein. Diese Meinung teilt auch Google in seiner Studie. Ein Computer oder Notebook beispielsweise wird größtenteils für produktive, leistungsorientierte Büro- und Office-Tätigkeiten genutzt – das Gerät motiviert uns dazu, auf dem neusten Stand zu bleiben und Informationen zu recherchieren. Ein Smartphone hingegen hilft uns dabei, vernetzt zu bleiben und zu kommunizieren. Allerdings verwenden wir iPhone und Co. auch für Entertainment und die schnelle Recherche zwischendurch. Als wahre Unterhaltungs-Geräte können die Tablet-Computer bezeichnet werden: Sie werden primär zu Hause verwendet und motivieren uns zu Kommunikation und Entertainment.
Übrigens: Der größte Teil – ganze 38 Prozent – unserer täglichen Medien-Interaktion erfolgt über das Smartphone.

Smartphones – unsere modernen Kommunikationshelfer.

Smartphones – unsere modernen Kommunikationshelfer.

Sequentielle und simultane Nutzung von Geräten
Grundlegend wird zwischen der sequentiellen, also der aufeinander folgenden Verwendung und der simultanen, sprich zeitgleichen Nutzung unterschieden: Am häufigsten wird die sequentielle Mediennutzung durchgeführt – konkret bedeutet das, wir wechseln regelmäßig vom Smartphone zum Notebook, nutzen dann für eine Zeit lang das Tablet und verwenden schließlich wieder das Smartphone. Übrigens: Stolze 98 Prozent von uns wechseln innerhalb eines Tages das Gerät.

Doch auch die simultane Nutzung erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Die meist verwendeten Kombinationen sind mit 81 Prozent TV und Smartphone gefolgt von Smartphone und PC mit 66 Prozent und Notebook und TV mit ebenfalls 66 Prozent. Generell kommt es recht häufig vor, dass während des Fernsehens noch ein anderes Gerät verwendet wird.

Die sequentielle und simultane Nutzung von Geräten.

Die sequentielle und simultane Nutzung von Geräten.

Meist steigen wir übrigens mit dem Smartphone in eine Online-Aktivität ein: Das kann beispielsweise durch einen Suchbegriff erfolgen, beim Surfen im Internet oder beim Shoppen. Mehr als die Hälfte der Nutzer steigt dann auf den PC um. Am PC hingegen beginnen die meisten Nutzer mit komplexeren Aufgaben wie der Reiseplanung; das Tablet wird häufig als Einstiegsgerät beim Online-Shopping verwendet.

Schlussfolgerungen der Multiscreen-Gesellschaft
Wir können festhalten, dass sich die mediale Nutzung der Gesellschaft innerhalb der letzten Jahre grundlegend verändert hat:
Neue Geräte wie Smartphones und Tablets haben dazu beigetragen, dass sich ein Großteil der täglichen Medien-Interaktion vor einem Bildschirm abspielt. Insbesondere für Unternehmen und Marketing-Abteilungen ist diese Information von enormer Bedeutung, denn die veränderte Form der Nutzung eröffnet gänzlich neue Wege, den potentiellen Kunden über verschiedene Channels zu erreichen.

Insbesondere die sequentielle und simultane Verwendung von Geräten fordert eine bessere Vernetzung von Informationen – wer sich während der Fernsehwerbung online über die Produkte informiert, erwartet ein umfangreiches Angebot und vielfältige Möglichkeiten der Recherche. Gerade die zahlreichen Smartphones spielen eine entscheidende Rolle, denn sie bilden das Rückgrat unserer heutigen Gesellschaft, die nach schnellen, umfangreichen und umfassenden Informationen verlangt.

Eine Stagnierung dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen, vielmehr ist von einer zunehmenden Vernetzung medialer Kanäle und einer Veränderung der Medienlandschaft auszugehen. Was genau uns in Zukunft erwartet, ist schwer vorherzusehen: Fakt ist jedoch, dass wir uns inmitten einer Multiscreening-Gesellschaft befinden, die sich stetig ausbreitet und entwickelt – für manche Menschen mag das erdrückend und beängstigend sein, für die junge Generation ist diese neue Verhaltensform jedoch kaum wegzudenken.

Die ganze Studie können Sie sich übrigens hier ansehen:
http://services.google.com/fh/files/misc/multiscreenworld_final.pdf



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»Über den Autor«

Sven Gasser ist Mitbegründer des Social Media Teams und für die strategische Planung im Social Media Marketing zuständig. Vorallem die Ausgestaltung und Umsetzung von Kampagnen in einem einwandfreien rechtlichen Kontext gehören zu seinem Spezialgebiet. Als aktives Mitglied auf vielen Social Media Plattformen ist er stehts über die neuesten Trends und Ereignisse informiert und läßt diese in seine konzeptionelle Arbeit einfließen. Sven Gasser auf Google+

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